Peitz um 1786

Kalender der Stadt und Festung Peitz im 16. Jhd.

Startseite
Aktuelles
Der Verein
Peitz in der Geschichte
14. Jahrhundert
15. Jahrhundert
16. Jahrhundert
17. Jahrhundert
18. Jahrhundert
19. Jahrhundert
20. Jahrhundert
Historische Stadtführung und Hochzeiten
Festung Peitz
Shop
Impressum / Kontakt
Links
Gästebuch
 
Email an historischer Verein
 

Wissenswertes über Peitz - zusammengestellt von Christoph Malcherowitz mit Unterstützung des Historischen Vereins zu Peitz e.V.

Dieser Kalender kann auch als Druckschrift bezogen werden. Besuchen Sie hierzu unseren OnlineShop


Zeitpunkt Historisches Ereignis

16. Jahrhundert

03.10.1502 Der Landvogt der Lausitz, Heinrich von Plauen, Burggraf zu Meißen, bekundet, dass die Streitigkeit wegen eines Grenzstücks in der Heide zwischen Guben und Crossen, zwischen der Stadt Guben und dem Kurfürsten Joachim und dem Markgrafen, Albrecht von Brandenburg, in folgender Weise beigelegt werden soll: beide Seiten benennen jeweils zwei Schiedsrichter, welche sich am Montag nach Martini (14.11.1502) an der strittigen Grenze einfinden und dort vor Ort die Klage protokollieren. Beide Seiten haben dann innerhalb von jeweils sechs Wochen ihre Klageschrift zu formulieren und einzureichen. Ist eine gütliche Beilegung nicht möglich, so soll von den Schiedsrichtern an zuständiger Stelle ein Rechtsspruch auf Kosten der Parteien eingeholt werden. So geschehen auf der Grenze zwischen Peitz und Lieberose.
04.05.1504 Nach längeren Grenzstreitigkeiten mit den Gebrüdern von Köckritz auf Lieberose wegen der Holznutzungsrechte im Grenzgebiet Lieberose / Peitz setzt Kurfürst Joachim I. eine Grenzregulierungskommission ein. Diese Kommission erklärt die Grenzansprüche der Gebrüder von Köckritz, welche sich auf alte Schriftstücke beriefen, als "gancz todt und crafftlos". Am Samstag, den 04. Mai, wird ein Rezeß über den neuen Grenzverlauf abgeschlossen.
13.07.1504 Kurfürst Joachim I. und sein Bruder Albrecht bestätigen den ausgehandelten Grenzverlauf vom 04. Mai 1504, so dass die Grenzstreitigkeiten endgültig beigelegt sind.
30.04.1511 Siegmund von Chlumen, Hauptmann von Cottbus und Peitz, wendet sich in einem Schreiben an den Rat der Stadt Zerbst, da es Streitigkeiten wegen des Nachlass des Verstorbenen Markus Schultzen gibt.
05.06.1511 Siegmund von Chlumen, Hauptmann von Cottbus und Peitz, verwendet sich in einem Schreiben an den Rat der Stadt Zerbst für die beiden Cottbuser Brüder Andreas und Michel Schultze, da sie Schwierigkeiten wegen des Nachlass ihres verstorbenen Bruders Markus Schultzen haben.
25.06.1511 Im Rahmen einer Verwaltungsreform vereinigt Kurfürst Joachim I. die beiden Ämter Cottbus und Peitz zu einem organisatorischen Ganzen und setzt seinen getreuen Rat, Heinz Röder, als Amtshauptmann ein. Als Wohnort wird ihm das Schloß zu Peitz zugewiesen, wobei diese Wohnsitznahme nur von kurzer Zeit war, denn in einem späteren Schreiben wird ihm Cottbus als Wohnsitz bewilligt.
25.04.1514 Hanns Schuster am Thore und Symon Wentzke Amtknecht treten der Hüffnerschaft in Peitz bei.
25.04.1523 Die bruder der huffnerschafft treffen sich und jeder bezahlt seinen Beitrag in die Kasse.
25.09.1536 Markgraf Johann von Brandenburg bestätigt den Brüdern des Franziskanerklosters in Cottbus erneut die Erlaubnis, das nötige Bau- und Brennholz aus den Peitzer Waldungen zu holen.
08.04.1539 Der Hauptmann zu Peitz und Cottbus, Heinrich von Pagk verkauft für 24 Gulden "die Hälfte des Dorfes Eiche" an den "erbarn Peter von Zschanewitz".
14.08.1543 Kurfürst Joachim II. Hektor (1505-1571)Der Peitzer Hauptmann, Heinrich von Pagk, erhält von Kurfürst Joachim II. Hektor die Verkaufsbestätigung für das Schloß und die Stadt Sommerfeldt, die er von Markgraf Johann von Küstrin erworben hat.
08.06.1546 Der Landvogt, Schlick, belehnt Marcus Kautl aus "Peice", wohnhaft in Luckau, mit 2 Morgen Weinwachs und 1/2 Presse vor Guben, die er von Wenzel Beuden empfangen hat. Lehnszeugen: Apitz von Tschertwitz Hauptmann, Peter von Rodstock zu Markersdorf und Erasmus Günther vom Schreckenberg Kanzler.
08.12.1546 Der Peitzer Caspar Dickben, der in Wittenberg Theologie studiert, wird als Pfarrer an das Peitzer Pfarramt entsandt.
31.10.1548 Heinrich von Pagk, Hauptmann von Peitz und Cottbus, bewilligt dem Peter von Zzanewitz zu seinem Studium für sechs Jahre ein "benficium von 30 gulden" aus dem Kirchenzins der Cottbuser "pharkirchen".
29.09.1559 Bei einem Stadtbrand werden in Peitz insgesamt 18 Häuser zerstört.
06.12.1559 Markgraf Johann von Küstrin weilt in Peitz und bespricht mit dem Amtshauptmann Berthold von Mandelsloh und dem Baumeister Jeronimus Arkanat die Einzelheiten zum Bau der Peitzer Festung.
07.12.1559 Johann von Küstrin genehmigt die Bauordnung und die Arbeitsartikel zum Festungsbau in Peitz. Im sogenannten ersten Bauabschnitt wird die Peitzer Oberfestung auf dem Gelände des alten Schlosses errichtet. In den Jahren 1559 - 1560 werden insgesamt 3.381.000 Stück Ziegelsteine verbaut. An Kalk werden aus Küstrin 4.450 Zentner und aus Beeskow 4.794 Zentner herangeschafft. Der Wallgraben um die Oberfestung hat eine Länge von ca. 675 Metern. Am Wallgraben entlang werden insgesamt 751 Pfähle eingerammt. Jeder Pfahl hat einen Durchmesser von ca. 29 cm. Weitere 751 Pfähle sollen auf der Wallkrone eingerammt werden. Der gedeckte Weg, der eine Länge von ca. 795 Metern hat, wird mit 791 Pfählen versehen. In diesem kurzen Zeitraum werden insgesamt 25.141 Gulden und 11 Groschen verbaut.
24.01.1560 Der erste Peitzer Festungsbaumeister, Jeronimus Arkanat, der sich wahrscheinlich mit der Bauleitung überfordert fühlt, bittet den Markgrafen Johann von Küstrin um die Stellung eines fähigen Bauherrn "in ansehunge des grossen gewaltigen baues, der aller dinge mechtig sein mocht", da er sich den Bau allein nicht zutraut.
18.02.1560 Markgraf Johann überträgt die Oberbauleitung dem Venetianer Francesco Chiaramella de Gandino, der die Bauaufsicht bis zum Abschluss der Bauarbeiten am 05. Dezember 1562 behält und anschließend in die Dienste des Kurfürsten Joachim tritt.
05.02.1561 Kaiser Ferdinand beschwert sich bei Markgraf Johann wegen des Baus der Peitzer Festung, da der Kurfürst ohne die Genehmigung des Kaisers auf böhmischen Kronlehen den Festungsbau betreibt.
24.02.1561 Markgraf Johann verfasst ein ausführliches Schreiben an den Kaiser, in dem er den Bau der Festungsanlage als rechtmäßig verteidigt, zumal der Bau fast vollendet sei. Peitz sei seit Alters her ein fester Platz und er habe daran das "jure dominium" und die böhmische Krone keinen Grund zur Beschwerdeführung.
13.06.1561 An diesem Tage verfasst Markgraf Johann den "Articuls Brief Unndt Eydt der Guardi in Peitz". In 25 Punkten legt er grundsätzlich fest, mit welchen Rechten und Pflichten die Soldaten in Peitz ihren sechsmonatigen Dienst ableisten und wie hoch ihre Entlohnung ist.
Juni 1561 Markgraf Johann weilt in Peitz und besichtigt den Festungsbau. Dabei bespricht er mit dem Amtshauptmann von Mandelsloh die militärische Belegung des Platzes. Nach Abschluss der Bauarbeiten soll unter den Bauleuten ein "Häuflein" angeworben und in die Festung gelegt werden.
22.06.1561 Kaiser Ferdinand verlangt von Markgraf Johann sofortige Auskunft über die gewaltsame Befreiung von Baumaterialien an der Zollstation, welches für den Peitzer Festungsbau gedacht ist. Das Baumaterial wurde durch bewaffnete Landsknechte befreit und nach Peitz abtransportiert.
08.07.1561 Markgraf Johann legt in einem Antwortschreiben an den Kaiser Ferdinand die Umstände dar und erklärt die behauptete gewaltsame Befreiung des Baumaterials für falsch. Er bestreitet das Recht des Kaisers ihm gegenüber als Reichsfürst zur Zollerhebung. Außerdem beschwert er sich über die Art und den Ton, wie die Zöllner mit seinen Dienern umgegangen seien.
23.10.1561 Kaiser Ferdinand teilt dem Markgrafen Johann von Küstrin mit, dass er die Rechtfertigungen des Markgrafen wegen der gewaltsamen Umstände an der Zollstation anerkennt und genehmigt nachträglich den Bau der Peitzer Festung gegen ein Öffnungsrecht.
Winter 1561 Es wird eine große Menge Geschütze und Munition nach Peitz gebracht. Die Geschütze werden auf den Wällen aufgestellt und die Munition wird im Zeughaus eingelagert.
06.12.1562 Es werden zum ersten Mal die Tore der Oberfestung geschlossen.
04.11.1564 Markgraf Johann von Küstrin hält sich während der Zeit vom 04. November 1564 bis zum 11. November 1564 in Peitz auf, in der er einige Besitzveränderungen im Cottbuser Land vornimmt.
01.05.1567 Markgraf Johann besucht Peitz und fertigt einige Schriftstücke in Peitz aus.
06.08.1567 Johann von Küstrin besucht die Festungsstadt Peitz.
02.10.1568 Markgraf Johann von Küstrin besucht Peitz. Im Rahmen seines Besuches revidiert er das Zeughaus der Festung und lässt ein genaues Inventar der hier lagernden Kriegsmaterialien erstellen.
07.06.1574 Melchior von Löben auf Nickern wird von Kurfürst Johann Georg zum Hauptmann in Peitz ernannt. Zur Unterstützung des Hauptmann wird Wolf von Doberschitz als Wachtmeister bestallt, und zum Zeugmeister und Verwalter des Zeughauses wird Paul Beyer ernannt.
17.05.1579 Kurfürst Johann Georg (1525-1598)Kurfürst Johann Georg beginnt mit den Vorbereitungen zum Weiterbau der Festung. In einem Schreiben an den Amtskastner in Cottbus und den Hauptmann Melchior von Löben in Peitz fordert er sie auf, Ziegelstreicher anzuwerben und Baumaterial anfahren zu lassen.
10.01.1582 Der Peitzer Schuhmachergeselle George Jangk erhält seinen Abschied. Da er woanders sein Glück versuchen will, erhält er ein Schriftstück, indem ihm bescheinigt wird, dass er "...In gutter genüge voll gelernet, sich In seinen LehrJarenn Unde Sonsten Jahren ... woll vorhalten".
22.02.1585 Der Peitzer Festungshauptmann Melchior von Löben stirbt.
11.12.1586 Magister Johann Lucas wird in Peitz in sein Amt als Oberpfarrer eingeführt.
03.05.1587 Der "Gestrenge Edle unnd Ehrenveste Wolff von Doberschitz Hauptmann zur Peitz" hat heute seine Schuld von 3 Schock Groschen nebst Zinsen gegenüber den "Huffnern Volkömlich und gentzlich erlegett".
Januar 1590 Der Baumeister Battista de Sala wird durch Graf Lynar als Bauführer in Peitz angestellt.
März 1590 Kaspar Schwabe, der unter Lynar arbeitet, wird beauftragt, in Peitz die Vermessungen vorzunehmen und die Bauzeichnungen anzufertigen.
Juni 1590 Die gesamten Pläne für die Befestigung der Unterfestung sind fertiggestellt und werden dem Kurfürst zur Genehmigung vorgelegt.
20.03.1592 FestungsbauAls die Witterungsverhältnisse den Weiterbau der Unterfestung wieder zulassen, verfügt der Kurfürst, dass der Bau am Sonntag Misericordias domini (12.04.1592) wieder beginnen soll. Der Kurfürst ordnet an, dass insgesamt 248 Mann als Arbeitskräfte von folgenden Städten und Ämtern zu stellen sind: Amt Lebus 30 Mann, Fürstenwalde 24 Mann, die Städte Cottbus und Crossen je 20 Mann, die Ämter Cottbus, Crossen und Beeskow je 20 Mann, Züllichau und Müncheberg 15 Mann, Sommerfeld und Storkow 12 Mann, Reppen und Strausberg 10 Mann.
28.03.1593 Kurfürst Johann Georg fordert von den Städten Cottbus und Crossen je 20 Bauarbeiter "welche starck und gesundter Gliedmaßen sein". Diese sollen den Bau der Festung in Peitz unterstützen.
02.03.1596 Die Festungsbauarbeiten, die im Jahre 1579 begannen, enden nach 16 Jahren im Winter 1595. Diese lange Bauzeit wurde nur durch die Pest, welche unsere Stadt im Jahre 1585 heimsuchte, unterbrochen. Laut der dem Kurfürsten vorgelegten Schlussrechnung wurden während der Bautätigkeit insgesamt 15.666 Reichstaler, 2 Groschen und 9 Pfennig verbaut. Durch diese Baumaßnahme ist anstelle der früheren Erdumwallung die ganze Stadt Peitz mit einer modernen Befestigungsanlage umgeben.
19.08.1596 Kurfürst Johann Georg ernennt Oberst Hans von Buch den Älteren zum Gouverneur der Festung Peitz.
18.01.1598 Kurfürst Joachim Friedrich (1546-1608)Kurfürst Joachim Friedrich weilt in Cottbus und lässt sich durch den Adel und die Stände huldigen. Unter den Abgesandten war auch der Amtshauptmann Otto Hacke vom Berge auf Briesen und der Hauptmann und Gouverneur der Festung Peitz, Oberst Hans von Buch der Ältere.
18.08.1600 Kaspar von Löben, Hauptmann der Festungsgarde von Peitz, erlässt eine "Ordnungk im Städteleinn Peize".

  vorherige Seite      nächste Seite  

© Historischer Verein zu Peitz e.V.     Letzte Änderung 22.11.2012